Nachdem Webroot (Anbieter von Antivirus- und Anti-Spyware-Sicherheitslösungen) Prevx übernommen hatte, kam einige “Bewegung” in die Forenlandschaft, besonders im offiziellen Prevx-Forum bei Wilders wurde und wird sehr heftig diskutiert. Auffallend an der ganzen Diskussion ist, dass sich nun besonders viele Contra-Stimmen zu Prevx selbst auftun. Die Fakten werden dabei leider gerne außen vor gelassen und mit Vermutungen um sich geworfen.
Fakt ist, dass Prevx von Webroot aufgekauft wurde. Dass dies früher oder später passieren würde, war auf Grund der hervorragenden Technik, insbesondere der Cloud-Funktionalität, nur eine Frage der Zeit, da Prevx auf Grund der Firmengröße an sich ein Übernahmekandidat war. Damit reihte sich Prevx nur in einer Kette von Übernahmen der letzten Jahre ein, z.B. PC Tools durch Symantec. Fakt ist aber auch, dass der CEO von Prevx, Mel Morris, nun als “Vice President” bei Webroot mit an Bord ist und es schon im Interesse von Herrn Morris sein wird, Prevx weiter auf dem Markt zu etablieren und die vorhandenen Positionen zu stärken.
Webroot hat nun durch die Übernahme 4 Anti-Malware Spezialistenteams: die eigenen Verantwortlichen für den Enterprise Bereich, den Endkundenbereich, das Team aus der Übernahme von BrightCloud und das Prevx Team. Damit hat Webroot eine breite Basis an Experten im Bereich der IT-Security. Die Frage bleibt natürlich, ob sich Webroot diese vier Teams weiter “leisten” kann und will. Aus wirtschaftlicher Sicht wird auf mittelfristiger Basis eine Verschmelzung der Entwicklungs- und Forschungsabteilung unabdingbar sein. Daraus aber einen Qualitätsverlust oder eine “Sterben” von Prevx als Software herzuleiten ist pure Vermutung. Webroot selbst ist aus meiner Sicht gut beraten, die Prevx Technologie in die eigenen Produkte einzubauen. Die Weiterführung eines StandAlone-Produkts stellt für die modernen Entwicklungsumgebungen aber keinerlei Hindernis mehr da. Es gibt auch keinen Grund, Prevx selbst nicht mehr am Markt anzubieten. Millionen von Benutzern nutzen Prevx zum größten Teil als zusätzlichen Schutz auf ihren Rechnern. Die daraus gewonnenen Daten durch Rückmeldungen sind ein riesiger Mehrwert für jedes Security-Unternehmen.
Was ich nicht verstehe ist die doch teils heftige Diskussion und negative Einstellung zu der Übernahme. Als langer EDV-Nutzer ist Webroot für mich selbst keine unbekannte Größe und, wenn auch nicht unbedingt auf dem deutschen Markt, doch einer der großen Unternehmen im Security Bereich. Damit hat Prevx eine Chance, als großartiges Produkt weiter zu bestehen, ohne den ständigen Marktdruck durch die zahllosen Mitbewerber. Unter dem Dach eines Konzerns lässt sich in vielen Bereichen wesentlich effektiver und entspannter Arbeiten.
Für Prevx – Kunden ändert sich durch die Übernahme derzeit rein gar nichts. Der Fahrplan für die kommende Version 4 bleibt bestehen (voraussichtliche Beta im 1 Quartal 2010). Updates sowie die Weiterentwicklung sind, auch und insbesondere durch die herausragende Technik, gesichert. Und selbst der theoretischen Annahme nach Prevx selbst direkt in ein Webroot-Produkt integriert und als StandAlone Version verschwinden sollte, wird es für Bestandskunden Angebote für Lizenzweiterührungen geben (welche Firma kann es sich leisten, eine riesige Anzahl an Bestandskunden zu vergraulen?). Aber dies ist aus dem derzeitigen Kenntnisstand eh alles mehr Vermutung und entspricht, nach allen getätigten Aussagen der verantwortlichen Personen, keinerlei kurz- oder mittelfristigen Planungen.